Ist es Bach, Vivaldi, Beethoven, Kurt Weill oder Mahler, ich weiß es nicht. Und Greg Rucka wollte es nicht verraten - aber Musik fliert umher in Batwoman: Elegy, dem Klagelied um die Familie Kane.
Ein Klagelied, das durch italienische Musizieranweisungen die Tempi und Stimmung der Geschichte erhält:
Detective Comics #854
Es fängt an mit dem Kapitel Agitato. Aufgeregt und bewegt werden wir gleich in die Geschehnisse hineingeschubst. Die neue Führerin der Religion of Crime will nach Gotham kommen und Batwoman will ihr entgegentreten - koste es was es wolle.
Unterstützt wird sie hierbei von ihrem Vater, der ihr beigebracht hat, soldatisch weiterzumarschieren und der nach dem Bericht über die traumatische Erfahrung, die Kate in 52 erfuhr, gleichfalls bestätigt, dass sie gemeinsam weitermarschieren. Klingt wie ein Versprechen, dass sie sich gaben, um zu überleben.

I'm soldiering on |

We soldier on. |
Detective Comics #855
Mit dem Kapitel Misterioso wird es geheimnisvoll.
Batwoman kann die neue Anführerin des Kultes der Religion of Crime für eine Befragung sicherstellen und erfährt, dass diese sich selbst als Alice, der Hauptfigur aus "Alice im Wunderland", bezeichnet.
Im anschließenden Kampf zwischen Batwoman und Alice, lässt letztere merkwürdige Sätze fallen, z.B. dass sie es nicht mag, zu eines Menschen Traum zu gehören.

Batwoman wird durch Alice vergiftet. Sie kann fliehen und sieht im Delirium Teile ihrer Vergangenheit - ihre Mutter, Renee -, die wir Lesenden noch nicht verorten können.
In der Ferne durch technische Überwachung erfährt ihr Vater von Batwomans schlechtem Gesundheitszustand und macht sich auf den Weg, um sie zu retten. Hierbei werden beide von Alice und ihrer Gefolgschaft gefunden und angegriffen.
Im direkten Gegenüber mit Kates Vater scheint sich jedoch Alice in ihrer ansonsten frei ausgelebten Gewalt zurückzunehmen:

Detective Comics #856
Letzendlich werden Batwoman und ihr Vater von den True Believers der Religion of Crime gerettet.

Mit dem Kapitel Affettuoso, dem leidenschaftlichen Musiktempo, wird die Geschichte dennoch wieder privater.
Kate ist nur ihrem Vater zuliebe auf eine gesellschaftliche Veranstaltung, dem 129. jährlichen G.C.P.D. Charity Ball, erschienen und nutzt dies gleich, um einerseits ein politisches Statement, aber auch Abgrenzungsarbeit gegenüber ihrer Stiefmutter zu leisten.
Kurz angedeutet wird, dass Renee Montoya Kate noch immer etwas bedeutet, als sie abrupt ein Gespräch unterbricht, um eine Frau anzusprechen, die sie mit Renee verwechselte.
Sie lernt Maggie Sawyer kennen und tanzt mit ihr.
Kate: We're offending my stepmother.
Maggie: Is that a problem?
Kate: You kidding? I live for it. You don't mind if people stare?
Maggie: I've been out a long time. Anyone in the department with a problem with that knows better than to say so to my face.
Kate: Fear of broken teeth?
Maggie: Fear of Gordon's zero-tolerance discrimination policy.
Der Tanz wird von Abbot, dem Anführer der True Believers, unterbrochen. Und die Ereignisse beginnen sich zu überschlagen.
Detective Comics #854
Im letzten Kapitel Rubato wird die Anweisung für eine freie Einstellung von Tempo gegeben, um für ausdrucksstarke Zwecke genutzt zu werden:
Kates Vater ist von Alice gefangen genommen worden. Alice will Gotham City mit einem Giftgas-Angriff vernichten.
Während Batwoman und die True Believers unterwegs sind, kommt es zu einer Auseinandersetzung von Kates Vater und Alice, bei der er jemand in Alice erkennt
My God... Beth?.
Später weist er Kate als Batwoman extra auf die Batman-Regel
Batman Rule in effect. Don't kill her. hin, Alice nicht zu töten.
Auf den Flugzeugflügeln kommt es zum Show-Down von Alice und Batwoman. Alice Sprechblasen sind in weißer Schrift und schwarzem Hintergrund gehalten, um ihre Andersartigkeit darzustellen. Während des Kampfes stellt Alice fest: "The Face is what one goes by, generally." und fragt sich "Who am I, then?"
Kurz bevor Alice sich dann in die Tiefe fallen lässt, wird ihre Sprechblase "normal", heißt weißer Hintergrund mit schwarzem Schriftbild:


You have our father's eyes.
... und zur Kritik
Ich las in manchen Comic-Blogs, Batwoman: Elegy sei wie jedes andere Comic-Book. Die Geschichte sei mau. Nur das Artwork würde hervorstechen. Und bin deshalb sehr überrascht. Wurde da nicht etwas übersehen?
Batwoman ist erstens eine Frau.
Zweitens ist sie eine Lesbe!
Im Mainstream der Superheldengeschichten sticht allein dies schon hervor.
Und die Hefte führen ihren Namen im Titel: Batwoman in Detective Comics.
Ich bin ja sonst keine Marktschreierin, aber wenn das nicht außergewöhnlich ist, dann weiß ich nicht...
Aber ist ja schön, dass lesbische Superheldinnen nun zum Standard in den Comics geworden sind, so dass nur noch der Story Arc zu betrachten ist...
Schade nur, dass diese Geschichten im Original verbleiben, weil sie immer noch nicht in deutsch übersetzt werden. Gotham Central: Half a life, Crime Bible, Final Crisis Revelations...
Mein Resümee
Gut war, 52, Crime Bible und Final Crisis - Revelations gelesen zu haben.
Die Geschichte selbst hat mich sehr ergriffen. Sie ist nicht einfach zu lesen und menschelt sehr. Hinter der Story um den Religion of Crime-Kult erscheint ein Familiendrama, welches noch zu entdecken ist.
Wenn ich das gewusst hätte, hätte ich die drei Ausgaben von Go noch abgewartet. 
Und so...
... to be continued
DETECTIVE COMICS #854-857
Batwoman: Elegy
Written by Greg Rucka;
Art by JH Williams III;
DC Comics