Letzte Woche schauten meine Frau und ich uns The Dark Knight Rises mittags im kühlen Kino an, während draußen in der wirklichen Welt die Temperatur über +30° Celsius stieg. Der Film war somit in zweifacher Hinsicht ein positives Erleben: Einmal Schutz vor der Hitze im dunklen Kinosaal. Und zum anderen ein guter Abschluss einer gelungenen Trilogie.

Hier nun meine Liste der positiven und der negativen Seiten des Films:
Positiv:
- Selina Kyle (Catwoman) - hervorragend interpretiert von Anne Hathaway. Auch die Andeutung ihrer Geschichte, ihres Umfelds, ihrem Zwiespalt hat mir sehr gut gefallen
- Yeah! Holly Robinson, dargestellt von Juno Temple, ist dabei.
2004 gewann das Catwoman-Comic einen GLAAD Media Award für die positive Darstellung von Holly als einen lesbischen Charakter.
- Lucius Fox, Darsteller Morgan Freeman
- Alfred Pennyworth, dargestellt von Michael Caine - echt jeden Penny wert.
- Batman und damit auch Bruce Wayne, dargestellt von Christian Bale, ist gealtert. Graue Strähnen ziehen sich durch sein Haar.
- das Fluggerät
- erwähnte ich bereits Catwoman?
- Das Überraschungsmoment: Ra's al Ghul (Darsteller Liam Neeson) und so - Marion Cotillard
- Anklänge an diverse Comic-Ereignisse: Trail of the Catwoman, Knightfall, No Man's Land - andere finden noch weitere Easter Eggs: cinemablend.com The Best Easter Eggs From The Dark Knight Trilogy
Negativ:
- Banes Gequatsche und sein Auftreten - wer sagt, es läge an der Maske, dass der Schauspieler Tom Hardy nicht gescheit das rüberbringen kann, was die Rolle fordert, sollte sich mal V wie Vendetta anschauen. Und wenn ich erst mal anfange zu suchen, finde ich bestimmt noch mehr Charaktere, die ihr Gesicht mit der Maske verdecken müssen und dennoch hervorragend gespielt sind.
- zuviele echt dumme Beamte
- Hey, wird echt nie unter Kapuzen geschaut, um zu erkennen, wen mann da ins Flugzeug einlädt?
Wenn ja, seid ihr selbst schuld. 
- Wieso lässt sich so einfach Fingerabdrücke klauen, von einem der das Böse doch von der Pieke auf kennen sollte?
- bisschen zuviel John Black, Joseph Gordon-Levitt - außer es passiert tatsächlich das: cinemablend.com How The Dark Knight Series Could Go On Without Bruce Wayne.
- absolut zu wenig Commissioner Gordon, dargestellt von Gary Oldman
Bevor ich nun zum Inhalt des Films komme, vorab:
Persönlicher Kleinkram
Nach dem Film hielt ich für mich fest, dass mir Banes Texte nicht gefallen haben. Aber umso länger ich darüber nachgrübele, könnte es eher so sein, dass ich das Schauspiel von Tom Hardy nicht mag.
Bei diesem Beispiel hier auf geektyrant.com Tom Hardy's STAR TREK Screen Test with Patrick Stewart fühlte ich mich wieder an Bane erinnert und dachte: Nee, gefällt mir einfach nicht - die Redeweise, die Mimik, die Gestik, der Habitus - einfach alles gefällt mir nicht.
Ich bin ehrlich überrascht, denn sowas kenne ich sonst nicht von mir, so eine Aversion gegen eine Spielweise. Aber okay. Wegen so etwas fällt bei mir kein Film durch. Wenn es auch eine Last bedeutet, einen ungemochten Schauspieler im Film zu sehen.
Zum Filmerlebnis
Da ich einige Reviews zum Film angelesen hatte, hatte ich schon die Erwartung, dass es Längen geben könnte. Ich war dann ziemlich überrascht, dass für mich sich alles fließend fügte. Es passte einfach bis zum Ende.
Gut, es gab ein paar Stolpermomente - siehe oben, bei denen ich dachte: urgs, Nolan, da hast du es dir zu leicht gemacht, um von einem Stück zum anderen zu kommen. Aber okay, so funktioniert es auch in Comics.
Mein absolutes Highlight war Catwoman, Selina Kyle. Alles gefiel mir. Ich kam sogar mit diesen Stöckelschuhen klar, obwohl ich die sonst immer verteufele.
Und dann hatte der Film so ein rundes, dennoch auch offenes Ende. Fans können nun beruhigt schlafen gehen: es hat alles glücklich geendet. Aber da sind sie, die möglichen offenen Kapitel, die noch weiter ausgeführt werden könnten - so die Filmbranche es sich leisten mag.
Auf jeden Fall ein schöner Film.
Und ich überlege grad, wann ich es schaffen könnte, nochmals ins Kino zu gehen.
